Behandlung

Behandlung Nieren- und Harnleitersteine

Bei Ihnen wurde ein Nieren- oder Harnleiterstein diagnostiziert. Diese Broschüre enthält Informationen zu den verschiedenen Behandlungsoptionen, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen können. Danach können Sie gemeinsam entscheiden, welche Behandlungsmethode am besten für Sie geeignet ist.

Zu den Faktoren, die diese Entscheidung beeinflussen, gehören:

  • Ihre Symptome
  • die spezifischen Eigenschaften Ihres Steines
  • Ihre Anamnese
  • die in Ihrem Krankenhaus verfügbaren Behandlungsoptionen und die Spezialisierung Ihres Arztes
  • Ihre persönlichen Präferenzen und Wertvorstellungen

Nicht bei allen Nieren- und Harnleitersteinen besteht Behandlungsbedarf. In Ihrem persönlichen Fall besteht Behandlungsbedarf, wenn Ihr Stein Beschwerden verursacht und nicht auf natürliche Weise mit dem Urin ausgeschieden werden kann. Ihr Arzt wird Ihnen eventuell auch zu einer Behandlung raten, wenn bei Ihnen bestimmte Vorerkrankungen bestehen.

Die Behandlungsmethoden in Notfallsituationen unterscheiden sich von den normalen Behandlungsoptionen.

Falls Sie einen Nieren- oder Harnleiterstein haben, der keinerlei Beschwerden verursacht, besteht im Allgemeinen kein Behandlungsbedarf. Ihr Arzt wird mit Ihnen regelmäßige Kontrolltermine vereinbaren, um sicherzustellen, dass sich Ihr Gesundheitszustand nicht verschlechtert.

Wenn zu erwarten ist, dass Ihr Stein mit dem Urin ausgeschieden wird, kann Ihnen Ihr Arzt bestimmte Medikamente verordnen, die den Abgang des Steines erleichtern. Bei diesem Vorgehen handelt es sich um eine konservative Behandlungsmethode.

Falls Ihr Stein weiter wächst oder häufig auftretende starke Schmerzen verursacht, wird eine aktive Behandlung erfolgen.
 

Konservative Behandlung von Nieren- und Harnleitersteinen

Medikamentöse Steinaustreibung (Expulsion)/ Medical Expulsive Therapy (MET)

Ihr Arzt kann Ihnen bestimmte Medikamente verordnen (sogenannte Alpha-Blocker oder Nifedipin), um den Abgang des Steines zu beschleunigen und die bei der Bewegung des Steines auftretenden Schmerzen zu lindern. Diese Methode wird Medikamentöse Steinaustreibung bzw. Medical Expulsive Therapy (MET) genannt. Die Medikamentöse Steinaustreibung ist eine wirksame Methode bei Harnleitersteinen.

Alpha-Blocker sind nicht als Arzneimittel zur Steinentfernung zugelassen, können aber bei der Austreibung von Steinen sehr hilfreich sein. Wenn Sie sich für eine Medikamentöse Expulsion entscheiden, wird Ihr Arzt mit Ihnen die möglichen Nebenwirkungen der Medikamente besprechen.

Während der Medikamentösen Expulsionstherapie sollten Sie regelmäßig Ihren Arzt aufsuchen. Er wird Ihnen mitteilen, in welchen Abständen diese Kontrollbesuche erfolgen sollten. Ihr Arzt muss überprüfen, ob sich der Stein kontinuierlich bewegt, und sicherstellen, dass die Nierenfunktion nicht beeinträchtigt wird.

Sollten Sie an starken Schmerzen leiden oder einen Infekt haben, oder sollte die normale Funktion Ihrer Nieren eingeschränkt sein, ist die Medikamentöse Expulsion keine geeignete Behandlungsoption für Sie. Ihr Arzt wird andere Behandlungsoptionen mit Ihnen besprechen.

Auflösen von Steinen

Sollten Sie an einem Harnsäurestein leiden, kann Ihr Stein vielleicht aufgelöst werden. Dazu wird der pH-Wert Ihres Urins erhöht, sodass aus Ihrem Urin eine alkalische statt saure Flüssigkeit wird. Im Allgemeinen werden Sie oral einzunehmende Medikamente wie Alkalizitrat oder Natriumbikarbonat verordnet bekommen. Bei einem pH-Wert von 7,0 bis 7,2 wird sich die Größe Ihres Steines reduzieren, der Stein kann sich u.U. sogar vollständig auflösen. Den pH-Wert Ihres Urins können Sie ganz leicht mit einem Urinteststreifen überprüfen.

 

Aktive Behandlung bei Steinerkrankungen

Nieren- oder Harnleitersteine sollten behandelt werden, falls sie Schmerzen verursachen. Aber auch, wenn Ihr Stein keine Symptome verursacht, besteht unter Umständen Behandlungsbedarf, und zwar in den folgenden Fällen:

  • der Stein wächst weiter
  • bei Ihnen besteht ein hohes Risiko zur erneuten Entstehung eines Steines (siehe Metabolische Evaluation)
  • es liegt eine Entzündung vor
  • Ihr Stein ist sehr groß
  • sie bevorzugen eine aktive Behandlung

Ihr Arzt wird Ihnen zur Entfernung eines Steines aus dem Harnleiter raten, wenn:

  • er zu groß erscheint, um mit dem Urin ausgeschieden werden zu können
  • Sie trotz Medikamenten weiterhin unter Schmerzen leiden
  • eine Einschränkung der Nierenfunktion oder ein Nierenversagen vorliegt

Es gibt drei gängige Methoden zur Entfernung von Steinen: Stoßwellenlithotripsie (SWL)Ureteroskopie (URS) und Perkutane Nephrolithotomie (PNL). Jede dieser Methoden hat Vor- und Nachteile. Es ist sehr wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt Ihre individuellen Symptome und Untersuchungsergebnisse besprechen, um die wirksamste und beste Behandlungsmethode für Sie zu finden. Je nachdem, ob sich der Stein in der Niere oder im Harnleiter befindet, wird Ihnen Ihr Arzt verschiedene Behandlungsmethoden empfehlen.