Erektile Dysfunktion

Erektile Dysfunktion

Die Erektile Dysfunktion (ED) ist eine häufige sexuelle Störung bei Männern. Sie steht für die Unfähigkeit, eine für einen befriedigenden Geschlechtsakt ausreichende Erektion aufzubauen oder aufrecht zu erhalten. Die Erektionsstörung kann gelegentlich oder regelmäßig auftreten, mit oder ohne eine klare Ursache. Einige Männer mit ED sind überhaupt nicht in der Lage, eine Erektion zu bekommen.

Eine ED ist keine lebensbedrohende Störung, sie kann aber Ihre Lebensqualität und die Ihrer Parterin beeinträchtigen.

Wie häufig kommt ED vor?

Die ED ist eine häufige Erkrankung des Mannes, unabhängig von Alter und ethnischem Hintergrund. Das Risiko, eine ED zu bekommen, nimmt mit dem Alter zu.

Ursachen

Symptome

Herz-Gefäß-Krankheiten und ED

Psychologische Risikofaktoren für ED

ED nach Behandlung eines örtlich begrenzten Prostatakrebses

Therapie

Mit Erektiler Dysfunktion leben

Was ist eine Erektion?

Der Aufbau einer Erektion beinhaltet körperliche, hormonelle und psychologische Elemente. Der Penis besteht aus weichem, schwammartigem und elastischem Gewebe, das sich mit Blut füllt, um ihn wachsen und fest werden zu lassen. Die um das schwammartige Gewebe und die Prostata herumliegenden Nerven senden Signale, die die Blutversorgung durch die Blutgefäße anregen (Abb. 1). Diese Signale werden durch das männliche Sexualhormon Testosteron gesteuert.

Abb. 1: Anatomie des Penis.
Abb. 1: Anatomie des Penis.
 

Ursachen

Herzkrankheiten sind eine häufige Ursache der ED. Andere häufige Ursachen sind:

  • Diabetes mellitus
  • Nervenschäden des Penis oder im Beckenbereich
  • Beckenchirurgie
  • Strahlentherapie im Beckenberech
  • Niedriger Testosteron-Spiegel
  • Neurologische Erkrankungen wie die Parkinsonkrankheit

Herz-Gefäß-Krankheiten und ED

ED und Herz-Gefäß-Krankheiten haben die gleichen häufigen Risikofaktoren wie Fettleibigkeit, Rauchen, hohen Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Bewegungsmangel. Eine ED kann ein frühes Symptom einer Herzkrankheit sein, da Probleme mit der Durchblutung die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen. Deshalb sollten Männer, die an einer ED leiden, sich beim Arzt auf Herzkrankheiten untersuchen lassen.

Harnwegssymptome und ED

Eine ED tritt oft in Verbindung mit Harnwegssymptomen auf, wie häufigem Wasserlassen, Nykturie und Harndrang. Oft hängen diese Symptome mit einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPE) zusammen. Es ist unklar, ob die Harnwegssymptome eine ED verursachen, aber im Allgemeinen geht eine Zunahme der Harnwegssymptome mit einer Verschlimmerung der ED einher.

Psychologische Risikofaktoren für ED

Mehrere psychische Störungen werden mit ED in Verbindung gebracht. Dazu gehören:

  • Angst
  • Depression
  • Gefühl der Unzulänglichkeit
  • Geringe Selbstachtung
  • Unfähigkeit, die eigenen Gefühle zu beschreiben
  • Stress

Gesellschaftliche Vorstellungen, wie Männer und Frauen miteinander umgehen sollten, können auch zu einer ED beitragen. Dazu können unrealistische Erwartungen hinsichtlich Liebe und Sexualität gehören, aber auch unangebrachte männliche und weibliche Rollenverständnisse.

Eine ED ist manchmal die Ursache und manchmal die Folge von unbefriedigenden und nicht funktionierenden Beziehungen. Oft ist es schwierig herauszufinden, was zuerst auftrat.
 

Harnwegssymptome und ED

Eine ED tritt oft in Verbindung mit Harnwegssymptomen auf, wie häufigem Wasserlassen, Nykturie und Harndrang. Oft hängen diese Symptome mit einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPE) zusammen. Es ist unklar, ob die Harnwegssymptome eine ED verursachen, aber im Allgemeinen geht eine Zunahme der Harnwegssymptome mit einer Verschlimmerung der ED einher.
 

Psychologische Risikofaktoren für ED

Mehrere psychische Störungen werden mit ED in Verbindung gebracht. Dazu gehören:

  • Angst
  • Depression
  • Gefühl der Unzulänglichkeit
  • Geringe Selbstachtung
  • Unfähigkeit, die eigenen Gefühle zu beschreiben
  • Stress

Gesellschaftliche Vorstellungen, wie Männer und Frauen miteinander umgehen sollten, können auch zu einer ED beitragen. Dazu können unrealistische Erwartungen hinsichtlich Liebe und Sexualität gehören, aber auch unangebrachte männliche und weibliche Rollenverständnisse.

Eine ED ist manchmal die Ursache und manchmal die Folge von unbefriedigenden und nicht funktionierenden Beziehungen. Oft ist es schwierig herauszufinden, was zuerst auftrat.

ED nach Behandlung eines örtlich begrenzten Prostatakrebses

Prostatakrebs ist ein bösartiger Tumor in der Vorsteherdrüse (Prostata). Er ist die häufigste Form von Krebs unter älteren Männern. Es gibt verschiedene Therapieverfahren zur Behandlung eines örtlich begrenzten Prostatakrebses. Zwei der gebräuchlichsten sind die radikale Prostatektomie und die Strahlentherapie. Diese Behandlungsverfahren können die sexuelle Gesundheit beeinträchtigen, und Männer leiden nach der Therapie häufig unter einer erektilen Dysfunktion (ED).

Radikale Prostatektomie

Strahlentherapie

Warum führt die Prostatakrebstherapie oft zu Erektionsstörungen?

Die Prostata sitzt direkt unterhalb der Blase und ist von Nerven und Blutgefäßen umgeben. Diese Nerven und Blutgefäße werden für eine normale Erektion benötigt. Es wurde viel geforscht, um den Verlauf der Nerven zu verstehen und Wege zu finden, sie bei der Operation oder anderen Behandlungsverfahren nicht zu verletzen.

Werde ich nach der Behandlung normale Erektionen haben können?

Das Risiko einer ED nach der Behandlung des Prostatakrebses hängt von dem chirurgischen Verfahren oder der Art der Strahlentherapie ab, die Ihr Arzt einsetzt, aber auch von:

  • Ihrem Alter
  • Ihrer Statur
  • Ihrer Krankheitscharakteristik
  • Ihrer sexuellen Gesundheit vor der Therapie

Zu möglichen Behandlungsverfahren lesen Sie bitte das Kapitel „Behandlung der ED“.

 

Therapie Erektile Dysfunktion

Die Erektile Dysfunktion (ED) ist eine häufige Erkrankung. Auch wenn sie nicht lebensbedrohlich ist, kann sie Ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Da sie mit anderen Erkrankungen wie zum Beispiel Herzkrankheiten in Zusammenhang stehen kann, ist es wichtig, dass Sie die richtige Behandlung erhalten. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten einer ED. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche die in Ihrer Situation beste Möglichkeit ist.

Dieses Kapitel bietet allgemeine Informationen über Behandlungsmöglichkeiten. Die Voraussetzungen können in verschiedenen Ländern unterschiedlich sein.

 

Aufklärung und Paarberatung

Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist das Verstehen der Krankheit und der Folgen, die sie für Ihre intimen Beziehungen haben kann. Ihr Arzt wird oft eine Kombination von körperlichen und psychologischen Herangehensweisen zur Behandlung der ED empfehlen. In der Vergangenheit konzentrierten sich Ärzte vor allem auf die Therapie körperlicher Aspekte der ED. Heutzutage werden auch psychologische und emotionale Aspekte der Erkrankung einbezogen.

Eine Behandlung, die psychologische Ansätze enthält, hat sich als effektiver erwiesen als die alleinige Therapie körperlicher Symptome. Diese Herangehensweise hat sich auch bei einzelnen Patienten als effektiv erwiesen oder in Fällen, bei denen die Partnerin nicht involviert ist.

Wenn Sie in einer festen Beziehung leben, kommt es Ihrer Behandlung zugute, wenn Ihre Partnerin mit der Behandlungsform einverstanden ist, ihre Funktionsweise versteht und Sie darüber sprechen können.

Denken Sie daran, dass die Behandlung auf Ihrer persönlichen Situation basiert und dass etwas, das anderen hilft, nicht immer auch für Sie hilfreich ist.

Wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, die mit der ED in Verbindung stehen könnten, wird Ihr Arzt mit Ihnen über eine Überweisung an Spezialisten zur Begutachtung und weiteren Behandlung sprechen.

Ratschläge zur Lebensführung

Ihren allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern, könnte helfen, Ihre Symptome zu lindern. Ihr Arzt wird Ihnen raten, mit dem Rauchen aufzuhören, weniger Alkohol zu trinken und regelmäßig Sport zu treiben.

Abhängig von Ihrer persönlichen Situation kann Ihnen Ihr Arzt zu einer Anpassung Ihrer Ernährung raten. Es ist wichtig, dies zunächst mit dem Arzt zu besprechen. Als Grundregel versuchen Sie, sich möglichst vielseitig mit wenig Zucker, wenig Salz und wenig Fett zu ernähren.

 

Phosphodiesterase-5-Hemmer

Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer) sind eine Gruppe von Medikamenten, die bei der Behandlung der ED verwendet werden. Diese Arzneimittel entspannen die glatte Muskulatur der Blutgefäße im Penis, um die Durchblutung zu steigern. Ohne sexuelle Stimulation verursachen sie keine Erektion.

Es gibt vier zugelassene Arten von PDE-5-Hemmern:

  • Sildenafil
  • Tadalafil
  • Vardenafil
  • Avanafil

PDE-5-Hemmer sInd die am häufigsten verschriebene Behandlung der ED. Alle Arten von PDE-5-Hemmern können gleichermaßen effektiv sein. Welches Arzneimittel für Sie das beste ist, hängt davon ab, wie oft Sie sexuell aktiv sein möchten und von Ihren persönlichen Erfahrungen.

Aufgrund des Erfolgs der PDE-5-Hemmer in der Behandlung der ED gibt es viele gefälschte Tabletten auf dem Markt. Diese Medikamente sind nicht für den Verkauf zugelassen, sie können giftig sein und Ihre Gesundheit gefährden. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Arzneimittel zur Behandlung der ED kaufen.

Sildenafil

Sildenafil ist der älteste verfügbare PDE-5-Hemmer und als Tablette mit 25, 50 und 100 mg erhältlich. Die Dosierung kann so an Ihre Bedürfnisse angepasst werden. Sie können die Wirkung des Medikaments 30-60 Minuten nach der Einnahme spüren. Sie kann bis zu zwölf Stunden anhalten. Wenn Sie direkt vor der Einnahme von Sildenafil eine fettreiche Mahlzeit zu sich nehmen, beeinträchtigt das die Wirksamkeit des Medikaments.

Interessante Fakten

Sildenafil, besser bekannt unter seinem Markennamen Viagra®, ist das älteste und bekannteste Medikament zur Behandlung der ED. Obwohl neue Medikamente entwickelt wurden, macht es noch immer mehr als 40 Prozent aller verkauften PDE5-Hemmer aus.

Tadalafil

Tadalafil ist als Tablette mit 5, 10 oder 20 mg erhältlich, so dass sich die Dosierung an Ihre Bedürfnisse anpassen lässt. Sie werden die Wirkung 30 Minuten nach der Einnahme spüren, nach zwei Stunden ist sie am stärksten, sie kann bis zu 36 Stunden anhalten. Anders als bei anderen PDE-5-Hemmern haben Nahrungsmittel keinen Einfluss auf die Wirksamkeit von Tadalafil.

Vardenafil

Vardenafil ist als Tablette mit 5, 10 oder 20 mg erhältlich, so dass sich die Dosierung an Ihre Bedürfnisse anpassen lässt. Sie werden die Wirkung 30 Minuten nach der Einnahme spüren. Wenn Sie direkt vor der Einnahme von Vardenafil eine fettreiche Mahlzeit zu sich nehmen, beeinträchtigt das die Wirksamkeit des Medikaments.

Avanafil

Avanafil ist der jüngste PDE-5-Hemmer auf dem Markt. Die Tablette ist mit 50, 100 und 200 mg erhältlich, so dass die Dosierung an Ihre Bedürfnisse angepasst werden kann. Sie können die Wirkung des Medikaments 15-30 Minuten nach der Einnahme spüren. Die Einnahme der Tablette beim Essen kann den Eintritt der Wirkung verzögern.

Nebenwirkungen

PDE-5-Hemmer können Kopfschmerzen verursachen, Erröten, Sodbrennen, eine verstopfte Nase und Benommenheit. Vardenafil kann zu Sehstörungen führen, Tadalafil and Avanafil können Rücken- und Muskelschmerzen auslösen. Alle diese Nebenwirkungen verschwinden, wenn Sie die Tablette nicht mehr einnehmen.

Wann werden PDE-5-Hemmer nicht empfohlen?

Der Gebrauch von PDE-5-Hemmern wird nicht empfohlen, wenn Sie Arzneimittel auf Nitratbasis oder Alpha-Blocker einnehmen. Sie können zu einem plötzlichen Blutdruckabfall führen. Wenn Sie irgendwelche Bedenken haben, sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.

Was tun, wenn PDE-5-Hemmer nicht funktionieren?

Wenn Sie glauben, dass PDE-5-Hemmer für Sie nicht funktionieren, ist es wichtig, den Grund dafür herauszufinden. Dafür müssen Sie die folgenden Fragen beantworten:

  • Haben Sie das Medikament zu mindestens vier verschiedenen Zeitpunkten verwendet?
  • Haben Sie die höchste Dosierung eingesetzt?
  • Waren Sie bei der Einnahme des Medikaments ausreichend sexuell stimuliert?
  • Haben Sie lange genug auf den Wirkungseintritt gewartet?
  • Haben Sie zu lange gewartet, bevor Sie mit der sexuellen Stimulation begonnen haben?

Wenn die PDE-5-Hemmer trotz maximaler Dosierung und korrekter Anwendung nicht erfolgreich sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über andere Behandlungsmöglichkeiten.

Topische Therapien

Was sind topische Therapien?

Topische Therapien sind Medikamente, die auf die Haut aufgetragen werden. Zwei spezielle Zubereitungen mit dem Wirkstoff Alprostadil sind für die topische Therapie zugelassen. Zum einen gibt es ein Pellet, das an der Spitze des Penis in die Harnröhre eingesetzt wird (MUSE-Therapie), die zweite ist ein Schaumpräparat, welches an der Harnröhrenöffnung auf die Spitze des Penis aufgetragen wird.

Wann sollte ich über topische Therapien nachdenken?

Alprostadil ist ein sehr bekanntes Medikament für die Behandlung der Erektilen Dysfunktion. Für gewöhnlich werden diese Präparate als Reservetherapie angesehen, aber sie können auch als erste Therapie verwendet werden. Der größte Vorteil der Alprostadil-Creme ist, dass Unverträglichkeiten sehr selten auftreten und es keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten (z.B. Blutdrucksenker, Blutverdünner wie Heparin oder Warfarin) gibt.

Wie wirken topische Therapien?

Alprostadil wird von der Harnröhre aufgenommen und entspannt die glatte Muskulatur in den Penisgefäßen, um die Durchblutung zu steigern. Die Alprostadil-Creme enthält einen Hilfsstoff, der die Aufnahme des Alprostadils erleichtert. Der Wirkmechanismus ist vergleichbar mit der Gabe von Alprostadil in die Harnröhre.

Wann werden topische Therapien nicht empfohlen?

Sie sollten Alprostadil nicht verwenden, wenn Sie auf den Wirkstoff allergisch reagieren oder wenn Sie eine der folgenden Erkrankungen haben:

  • Sichelzellenanämie oder Merkmale der Sichelzellenanämie
  • Leukämie
  • Knochenmarktumor (Multiples Myelom)
  • verkrümmter oder deformierter Penis
  • Penisfibrose oder Peyronie-Krankheit (Induratio penis plastica)
  • Penisimplantat

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die häufigsten Nebenwirkungen von Alprostadilgaben in die Harnröhre sind lokale Schmerzen und Benommenheit in Verbindung mit einem möglichen Blutdruckabfall. In einigen Fällen kommt es zu Blutungen aus der Harnröhre und Harnwegsinfekten, während Penisfibrosen und Priapismus sehr selten auftreten.

Die topische Anwendung von Alprostadil hat den Vorteil, dass nur örtlich begrenzte Nebenwirkungen auftreten wie Ausschlag oder Brennen und Schmerzen in der Harnröhre. Den ganzen Körper betreffende Nebenwirkungen sind sehr selten.

Um sicherzustellen, dass Alprostadil für Sie sicher ist, informieren Sie Ihren Arzt, wenn sie eines der folgenden Probleme haben:

  • Blutgerinnsel in der Vorgeschichte
  • Herzkrankheit, hoher Blutdruck (Hypertonus)
  • Gerinnungsstörung
  • Eine Krankheit, die durch Blut übertragen werden kann (z.B. Hepatitis oder HIV).

Verwenden Sie ein Kondom, um eine Übertragung dieses Medikaments auf Ihre/n Sexualpartner/in zu verhindern.
 

Schockwellentherapie

Was ist eine Schockwellentherapie?

Die Extrakorporale Schockwellentherapie (ESWT) ist ein Behandlungsverfahren, bei dem kurze Pulse fokussierter Schockwellen mit sehr geringer Intensität auf den Penis gerichtet werden, um die Erektionsfähigkeit zu verbessern. Sie umfasst mehrere Sitzungen und lässt sich bei Bedarf wiederholen.

Die ESWT wird derzeit als neue Behandlungsmöglichkeit bei ED erforscht. Es handelt sich nicht um ein Standardverfahren. Um eine ED zu behandeln, sind besondere ESWT-Geräte erforderlich. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine ESWT für Sie die richtige Therapie und ob sie in Ihrem Krankenhaus angeboten wird.

Interessante Fakten

Schockwellen werden auch bei der Behandlung von Nierensteinen oder Krankheiten wie Arthritis eingesetzt. In diesen Fällen haben die Schockwellen eine höhere Intensität.

Wann sollte ich eine ESWT in Betracht ziehen?

Wenn Sie eine milde Form von ED haben und keine PDE-5-Hemmer einnehmen dürfen oder wollen, kann Ihr Arzt eine ESWT empfehlen. Bedenken Sie, dass ESWT bisher kein Standardverfahren zur Behandlung einer ED ist.

Wie funktioniert die ESWT?

Die ESWT verursacht kleine Verletzungen des Penisgewebes. Während der Heilungsphase entstehen neue Blutgefäße, die die Durchblutung des Penis steigern. Dies kann die Fähigkeit verbessern, eine Erektion aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
 

Intrakavernöse Injektionen

Was sind intrakavernöse Injektionen?

Intrakavernöse Injektionen sind ein Verfahren zur Behandlung der ED, bei dem Sie Medikamente in das schwammartige Schwellkörpergewebe im Penis spritzen, um die Blutgefäße zu öffnen.

Wann sollte ich intrakavernöse Injektionen in Betracht ziehen?

Intrakavernöse Injektionen sind eine Behandlungsmöglichkeit, wenn vorherige Therapien wie Veränderungen des Lebensstils oder PDE-5-Hemmer nicht erfolgreich waren. Auch wenn vielen Männern die Idee, eine Nadel in ihren Penis zu stechen, zunächst Angst macht, erkennen die meisten, die sich für die Injektionstherapie entscheiden, sehr schnell, dass die Vorteile der Injektion den kleinen Stich bei weitem wettmachen.

Wie funktionieren die intrakavernösen Injektionen?

Die injizierten Medikamente entspannen die glatte Muskulatur in den Blutgefäßen des Penis, um den Blutfluss zu steigern. Das führt 10-15 Minuten nach der Injektion zu einer Erektion, selbst ohne sexuelle Stimulation.

Das für intrakavernöse Injektionen am häufigsten verwendete Medikament ist Alprostadil. In einigen Fällen kann Ihr Arzt eine Kombination von Medikamenten vorschlagen, um die Wirkung zu verbessern oder Nebenwirkungen zu reduzieren. Zu den gebräuchlichen Medikamenten gehören: Papaverin, Phentolamin, vasoaktive intestinale Peptide, Atropin und Forskolin. Die Dosierungen können variieren und je nach Bedarf angepasst werden. Beachten Sie, dass nicht alle Medikamente in allen Ländern verfügbar sind.

Wie führe ich eine intrakavernöse Injektion durch?

Sie werden in der Praxis von Ihrem Urologen gezeigt bekommen, wie Sie sich selbst spritzen. In einigen Fällen wird auch Ihre Partnerin darin unterrichtet. Während der Unterweisung wird der Urologe auch die korrekte Dosierung mit Ihnen besprechen.
Die richtige Stelle für die Injektion zu finden ist wichtig. Vergewissern Sie sich, dass Sie die Spritze in die Peniswurzel zwischen 2 und 4 Uhr-Position oder zwischen 8 und 10 Uhr-Position setzen, damit Sie die Harnröhre, die Nerven und Blutgefäße im Penis nicht verletzen. (Abb. 2). Dann drücken Sie sanft für 2-5 Minuten auf die Einstichstelle, um einen Bluterguss zu vermeiden. Wenn die richtige Dosis injiziert ist, werden Sie innerhalb von 10-15 Minuten eine Erektion aufbauen.

Abb. 2: Intrakavernöse Injektionen sind eine Behandlungsmöglichkeit bei ED.
Abb. 2: Intrakavernöse Injektionen sind eine Behandlungsmöglichkeit bei ED.

Wann sind intrakavernöse Injektionen nicht zu empfehlen?

Sie sollten keine intrakavernösen Injektionen nutzen, wenn Sie überempfindlich auf Inhaltsstoffe des Arzneimittels reagieren, wenn Sie ein Risiko für Priapismus haben oder wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen. Ihr Urologe kann Ihnen weiterführende Informationen zu diesen Gegenanzeigen geben und Ihre persönliche Situation mit Ihnen besprechen.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Die häufigste Nebenwirkung der Injektionen sind Schmerzen im Penis während der Erektion. Sie treten bei einer von zehn Injektionen auf und die Schmerzen verschwinden für gewöhnlich, wenn die Erektion aufhört. Eine weitere milde Nebenwirkung ist ein blauer Fleck an der Injektionsstelle.

Die gefährlichste Nebenwirkung ist ein Priapismus. Das bedeutet, dass eine Erektion länger als vier Stunden anhält und Schmerzen bereitet. Ein Priapismus kann die glatten Muskelzellen in den Penisgefäßen schädigen und die ED verschlimmern. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihren Arzt kontaktieren, wenn Sie eine Erektion haben, die länger als zwei bis drei Stunden anhält. Im Allgemeinen lässt sich ein Priapismus durch Injektion eines Gegenmittels effektiv behandeln

 

Vakuum-Erektionshilfen

Was ist eine VEH?

Die Vakuum-Erektionshilfe (VEH) ist ein zylinderförmiges System mit einem Spannring aus Latex oder Silikon, der um den Penis gelegt wird. Eine VEH ermöglicht es, eine Erektion zu bekommen und aufrechtzuhalten.

Wann sollte ich über eine VEH nachdenken?

Sie sollten über eine VEH nachdenken, wenn PDE-5-Hemmer bei Ihnen unwirksam sind. Eine VEH ist auch eine Alternative, wenn Sie PDE-5-Hemmer nicht einsetzen können oder keine Medikamente wegen Ihrer ED einsetzen möchten.

Wie funktioniert eine VEH?

Sie stülpen den Zylinder über Ihren Penis und saugen dann mit einer hand- oder elektrisch betriebenen Vakuumpumpe die Luft aus dem Zylinder ab. Dieser Vorgang zieht Blut in den Penis, so dass anschwillt und schließlich erigiert (Abb. 1).

Nachdem Sie die Pumpe entfernt haben, müssen Sie den Latex- oder Silikonring um die Peniswurzel spannen, um die Erektion aufrecht zu erhalten. Tragen Sie den Ring niemals länger als 30 Minuten.

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass das in den Penis gezogene Blut eine dunklere Farbe hat. Ihr Penis fühlt sich kühler an als gewohnt und wirkt leicht bläulich, wenn der Ring angelegt ist. Manche Menschen stört das nicht, aber wenn Sie oder Ihre Partnerin sich unwohl damit fühlen, sollten Sie darüber miteinander und mit Ihrem Arzt sprechen.

Es ist sehr wichtig zu wissen, dass der Ring nach 30 Minuten entfernt werden muss. Das in den Penis gezogene Blut ist sauerstoffarm und der Sauerstoffmangel kann die Penishaut schädigen.

Wenn Sie sich entschließen, einen Spannring ohne eine VEH zu verwenden, vergewissern Sie sich, dass er aus einem flexiblen Material wie Silikon oder Latex besteht. Benutzen Sie niemals feste Materialien wie Stahl oder Hartplastik, da sie sich unter Umständen nur schwierig entfernen lassen.

Abb. 1: Gebräuchlicher Typ einer Vakuum-Erektionshilfe (VEH).
Abb. 1: Gebräuchlicher Typ einer Vakuum-Erektionshilfe (VEH).

Wann wird eine VEH nicht empfohlen?

VEH sind nicht zu empfehlen, wenn Sie Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen oder an einer Gerinnungsstörung leiden.

Welche Nebenwirkungen hat eine VEH?

Eine VEH kann unbequem sein, während des Orgasmus zu Schwierigkeiten beim Samenerguss führen, die Haut des Penis verletzen und Taubheitsgefühle verursachen. Ein Tragen des Spannrings für mehr als 30 Minuten kann zu schweren Hautschäden am Penis führen.
 

Penis-Implantate

Was ist ein Penis-Implantat?

Ein Penis-Implantat, auch Penis-Prothese genannt, ist ein medizinisches System, das bei einer schweren ED chirurgisch in die Schwellkörper des Penis eingepflanzt wird.

Wann sollte ich über ein Penis-Implantat nachdenken?

Ein Penis-Implantat ist eine Möglichkeit, wenn Sie PDE-5-Hemmer und intrakavernöse Injektionen ohne ausreichenden Effekt auf die ED ausprobiert haben. Es kann auch empfohlen werden, wenn Sie weder PDE-5-Hemmer noch die Medikamente in den Spritzen vertragen. Wenn Sie PDE-5-Hemmer und Injektionen probiert haben und mit den Ergebnissen unzufrieden sind und eine dauerhafte Lösung möchten, kann ein Penis-Implantat eine Möglichkeit für Sie sein

Wie funktioniert ein Penis-Implantat?

Es gibt zwei Arten von Penis-Implantaten: halbfeste, nicht-aufblasbare Implantate und aufblasbare Implantate.

Halbfeste Implantate bestehen aus zwei biegsamen Stäben, die in die Schwellkörper des Penis implantiert werden. Sie lassen sich während der sexuellen Aktivität in die passende Position biegen. Mit dieser Art von Implantat ist der Penis immer halb versteift, was schwierig zu verbergen sein kann.

Aufblasbare Penis-Implantate sind mit Flüssigkeit gefüllte Systeme, die aus zwei aufblasbaren Zylindern bestehen, die in die Schwellkörper des Penis eingesetzt werden, einer handbetriebenen Pumpe, die im Hodensack platziert wird, und einem Reservoir, das die Flüssigkeit speichert, wenn der Penis nicht erigiert ist. Das System wird aktiviert, indem die Pumpe mehrere Male zusammengedrückt wird, um die Flüssigkeit vom Reservoir in die Zylinder zu pumpen. Nach dem Geschlechtsverkehr wird die Pumpe verwendet, um die Flüssigkeit zurück ins Reservoir zu pumpen. (Abb. 1).

Für beide Arten von Implantaten ist eine Operation erforderlich. Beide Implantat-Typen werden komplett ins Innere des Körpers eingepflanzt. Aufblasbare Implantate werden häufiger verwendet, weil sie ein natürlicheres Ergebnis ermöglichen. In komplizierten Fällen können halbfeste Implantate besser geeignet sein. Besprechen Sie die Wahl zwischen den beiden Implantaten mit Ihrem Urologen.

Abb. 1: Gebräuchlicher Typ eines aufblasbaren Penis-Implantats.
Abb. 1: Gebräuchlicher Typ eines aufblasbaren Penis-Implantats.

Wie bereite ich mich auf den Eingriff vor?

Ihr Arzt wird Ihnen im Detail erklären, wie Sie sich auf die Operation vorbereiten. Sie dürfen sechs Stunden vor dem Eingriff nicht essen, trinken oder rauchen, um sich auf die Narkose vorzubereiten. Wenn Sie verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen, besprechen Sie das mit Ihrem Arzt. Möglicherweise müssen Sie die Einnahme mehrere Tage vor der Operation unterbrechen.

Wie wird eine Penis-Implantation durchgeführt?

Für eine Penis-Implantation erhalten Sie entweder eine Vollnarkose oder eine Spinalanästhesie. Sie werden auch einen Urinkatheter bekommen, der am Tag nach der Operation wieder entfernt werden kann. Sobald Sie unter Anästhesie sind, wird der Arzt einen kleinen Schnitt direkt über dem Penis oder zwischen dem Penis und dem Hodensack setzen. Dieser Einschnitt öffnet die Schwellkörper und der Chirurg vermisst sie, um ein Penis-Implantat der passenden Länge darin zu platzieren.

Sobald die Zylinder an ihrem Platz sind, werden das Reservoir hinter der Bauchwand und die Pumpe zwischen den Hoden im Hodensack platziert, um die Pumpe zu verstecken.

Schließlich werden alle Bestandteile des Implantats miteinander verbunden und der Einschnitt vernäht. Die Wunde wird gesäubert und ein Druckverband wird angelegt. Die meisten Chirurgen lassen das Penis-Implantat für einen Tag aufgepumpt, aber manche Operateure bevorzugen es, eine Drainage einzubringen, die in der Regel einen Tag nach dem Eingriff entfernt wird.

Wie lange wird es dauern, bis ich in meinen Alltag zurückkehren kann?

Für gewöhnlich können Sie das Krankenhaus am Tag nach der Operation verlassen, wenn der Druckverband entfernt ist und das Implantat von Ihrem Arzt entleert wurde. Sie können in den ersten Tagen bis zu mehreren Wochen unter Schmerzen oder Wundgefühl sowie einer Schwellung des Penis und des Hodensacks leiden. Das ist normal und lässt sich mit Schmerzmitteln und Eisbeuteln gut beherrschen. In den ersten 2-3 Tagen nach der Operation können kleine Mengen Flüssigkeit aus der Wunde austreten. Da dies für gewöhnlich von selbst wieder aufhört, muss es nicht behandelt werden.

Für 4-6 Wochen nach der Operation gilt:

  • Heben Sie nichts, das schwerer als 5 kg ist
  • Führen Sie keine belastenden Übungen durch und vermeiden Sie Radfahren
  • Meiden Sie Thermalbäder oder Saunabesuche
  • Besprechen Sie jegliche verschreibungspflichtige Medikamenteneinnahme mit Ihrem Arzt

Ihr Arzt wird mit Ihnen einen Termin vereinbaren, um das Implantat zum ersten Mal aufzupumpen. Das wird durchgeführt, wenn die Schwellung und das Wundgefühl verschwunden sind, etwa 4-6 Wochen nach dem Eingriff. Nach diesem Termin können Sie Ihre sexuellen Aktivitäten wiederaufnehmen.

Bitte benachrichtigen Sie Ihren Urologen, wenn:

  • die Schwellung gravierend ist und nicht zurückgeht
  • Sie täglich eine große Menge Ausfluss haben
  • die Schmerzen schlimmer werden oder nicht nachlassen
  • Sie eine zunehmende Rötung und Empfindlichkeit um die Naht herum bemerken
  • Sie Fieber bekommen